Adventsspur 30.11.2025

Richtet euch auf und erhebt euer Haupt!
"Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen."
(Matthäusevangelium 24,35)
Wir leben in einer Zeit radikaler Veränderungen, die viele Bereiche des alltäglichen Lebens betreffen. Macht, Krieg und Gewalt sind mittlerweile alltäglich und durch die modernen Kommunikationsmittel in Echtzeit zu verfolgen. Es gehört nicht übermäßiger Scharfsinn dazu, darin einen Zusammenbruch der „regelbasierten Ordnungen“ zu erkennen, die den Wohlstand und die Sicherheit in weiten Teilen der Erde gewährleistet und berechenbar gemacht haben. Die Folgen sind Unsicherheit und Zukunftsangst, bei älteren Menschen, die um ihren Lebensstandard besorgt sind, und nicht weniger bei den nachfolgenden Generationen, die schließlich ausbaden müssen, was heute versäumt oder falsch entschieden wird.
Keine guten Voraussetzungen, um entspannt und voller Vorfreude auf Weihnachten zuzugehen? Ein Blick in die liturgischen Texte der Adventszeit zeigt, dass die schließlich jahrhundertelange Warte- und Hoffnungszeit des Volkes Israel bis hin zu Johannes dem Täufer eine frappierende Ähnlichkeit mit den Problemen und Erwartungen von heute aufweist. Es scheint, dass die Geschichte der Menschheit viel eher eine Folge enttäuschter als erfüllter Erwartungen ist. Und am meisten enttäusch(t)en die optimistischen Zukunftsvisionen einer heileren und vor allem friedlicheren Welt.
Es ist eine stets diskutierte Frage, ob die Geschichte von Strukturen oder Einzelpersönlichkeiten geprägt wird. Offensichtlich greift beides ineinander, in unterschiedlichen Gewichtungen. Wenn ich davon ausgehe, dass es eine Geschichte Gottes mit den Menschen gibt, so liegt deren Sinn eben darin, dass Gott in Jesus Christus seine ganz eigene Antwort auf unsere Unfähigkeit und unseren Unwillen, lebensfeindliche Strukturen zu ändern, gibt. Gottes Antwort erschöpft sich nicht kurzfristig im hier und jetzt, sondern greift aus in eine Zukunft, die erst dem irdischen Leben Sinn gibt. Sie liegt jenseits unserer Vorstellungen, ist uns aber nicht fremd, denn sie ist der Raum, in dem unsere Hoffnung und Sehnsucht zum Ziel kommen. In ihm ist die Zeit als Maßstab der Veränderungen überwunden. So bleiben Jesu Worte gültig und wahr, auch wenn alles um uns herum nicht mehr besteht.
Impulse
- Die Hoffnung Israels ruht auf dem Spross aus der erstorbenen Wurzel Isais, des Vaters Davids. Nur Gott kann aus Totem wieder Leben sprießen lassen. Die Vision Jesaja 11,1-9 ist eines der bewegendsten Bilder im Buch des Propheten. In der Fabel von der Freundschaft zwischen Tieren bzw. zwischen Tier und Mensch werden die Möglichkeiten einer neuen Gesellschaft aufgezeigt: Verknüpfung
- Auch Israel betet, genau wie wir, um Frieden und Gerechtigkeit. In Psalm 85 wird Gott sich der Bitte seines Volkes nicht verschließen: Verknüpfung
- 1979 dichtete Eugen Eckert für die Band HABAKUK das Lied „Halte deine Träume fest“, Verknüpfung. Gerade der Advent kann Mut zum Träumen machen.
Diese Spur wurde Ihnen gelegt von Dr. Christoph Klock
Liebe Spurenleser und Spurenleserinnen,
heute, pünktlich zum ersten Advent, beginnen wir mit unseren diesjährigen Adventsspuren. Bis zu Heilig Abend werden Sie jeden Tag eine kleine Spurensuche erhalten. Wir wollen Sie damit unterstützen, sich auf Weihnachten, auf die Ankunft Gottes in unsere Welt, die wir in der Geburt Christi feiern, vorzubreiten. "Was erwarten wir?" und "Wen erwarten wir?" dienen als Leitfragen unserer Spurensuche.
Wir wünschen Ihnen gute Anregungen zum Innehalten und zum Öffnen Ihrer Herzen für die Antworten dieser Fragen.
Eine gesegnete Adventszeit wünscht Ihnen Ihr Adventsspurenlegerteam
Maren Dettmers, Monika Eberl-Reifenberg, Ilka Friedrich, Hans-Jörg Fritz-Knötzele, Ursula Hartmann, Dr. Christoph Klock, Dr. Petra Knötzele, Heinz Lenhart, Heiko Ruff-Kapraun, Tobias Sattler, Dr. Hans Jürgen Steubing, Britta Tembe, Judith Weiler und Annette Wiesheu
Kirche & Co. – ein Laden der Kirchen für die Menschen in der Stadt
An der Stadtkirche 1, 64283 Darmstadt
Bild: Weltuntergang - Künstlerische Darstellung eines Asteroiden, der die Erde trifft. Zuerst hochgeladen am 18.05.2004 von Fredrik @ Wikimedia Commons
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