Spurensuche 04.08.2025

„Kein Wesen gibt’s, das nicht gebunden wär…“
"Glaube aber ist: Grundlage dessen, was man erhofft, ein Zutagetreten von Tatsachen, die man nicht sieht"
(Hebräerbrief 11,1)
Neulich auf dem Weg zu einem Konzert der diesjährigen Burgfestspiele Dreieichenhain. Die Gäste werden mit Schildern, auf denen Textpassagen der aktuellen Veranstaltungen abgedruckt sind, zum Veranstaltungsort geführt. Vergnügliches und Nachdenkliches ist dort zu lesen. Angesprochen hat mich ein Satz aus der „Komödie der Irrungen“ von William Shakespeare: „Kein Wesen gibt’s, das nicht gebunden wär, sei’s auf der Erde, sei‘s in Luft und Meer.“ Unabhängig vom eigentlichen Inhalt der mir auch heute noch unbekannten Komödie.
Viele Begegnungen mit Patientinnen und Patienten sowie deren An- und Zugehörigen fallen mir als Krankenhausseelsorgerin dazu ein, einige Erfahrungen möchte ich mit Ihnen teilen.
„Kein Wesen gibt’s, das nicht gebunden wär.“ Ich beobachte dieses „Gebunden-Sein“ bzw. die Sehnsucht nach einer Verbindung zu anderen und zu sich selbst immer wieder.
Eine Krankheit nämlich kann das Beziehungsgeflecht zwischen Menschen verändern. Manchmal entsteht eine neue Qualität von Bindung und Nähe zwischen den erkrankten Menschen und ihren An- und Zugehörigen. Dieses Beziehungsgeflecht wirkt auf mich dann wie ein Netz, aus vielen Knoten geknüpft, das stabil und liebevoll durch diese Zeit trägt.
Und ich lerne Menschen kennen, die sich nur einsam, verlassen, haltlos, ans Krankenbett gefesselt und ausgeliefert erleben. Andere fühlen sich, als würden sie mit der Diagnose einer schweren Krankheit ins Bodenlose fallen. Mit ihnen nach Halt zu suchen und Begegnung zu schenken und damit kleine Hoffnungsfunken zutage treten lassen, kann ein hilfreiches Angebot der Seelsorge sein.
Auch diese Erfahrung mache ich: Wenn es ans Sterben und den Abschied geht, ist oft vom Loslassen die Rede. Ja, mit dem Tod verändert sich die Verbindung zum geliebten Menschen. „Loslassen“ ist dabei für mich aber nicht stimmig. Herzensbindungen lassen sich auch durch den Tod nicht lösen. So mein eigenes Erleben.
Ich erlebe in meinem Dienst immer wieder Menschen die sich an Gott gebunden, von Gott gehalten und getragen fühlen. Ihr Glaube ist, wie im Hebräerbrief geschrieben, die Grundlage ihrer Hoffnung, die in den Zeiten der Krankheit oftmals neu buchstabiert werden muss und doch trägt. Davon zeugen die Bitte nach Seelsorge und Gebet oder auch die Texte, die im Fürbittbuch im Andachtsraum niedergeschrieben werden.
Das ist für mich dann Glaube, der zutage tritt. Eine Quelle der Hoffnung fürs Leben.
Impulse
- Vielleicht möchten Sie Ihre Hoffnung einmal zutage treten lassen?
- Schreiben Sie Ihr doch mal einen Brief oder malen Sie ihr ein Bild.
- Vielleicht fällt Ihnen dazu auch etwas ganz anderes ein.
- Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit.
Diese Spur wurde Ihnen gelegt von Monika Eberl-Reifenberg
Eine gesegnete Woche wünschen Ihnen Ihre Spurenlegerinnen und Spurenleger.
Maren Dettmers, Monika Eberl-Reifenberg, Ilka Friedrich, Hans-Jörg Fritz-Knötzele, Dr. Christoph Klock, Heinz Lenhart, Heiko Ruff-Kapraun, Tobias Sattler, Dr. Hans Jürgen Steubing und Britta Tembe
Kirche & Co. – ein Laden der Kirchen für die Menschen in der Stadt
An der Stadtkirche 1, 64283 Darmstadt
Bild: Monika Eberl-Reifenberg
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