Spurensuche 24.11.2025

Warten
"Meine Seele wartet auf den Herrn, / mehr als die Wächter auf den Morgen."
(Psalm 130,6)
Wieviel Zeit verbringen wir täglich mit Warten in allen möglichen Situationen: Wir warten an einer Kasse im Supermarkt, wir warten auf den Bus oder Zug (mitunter vergeblich, wenn er ausfällt), auf einen Termin beim Arzt, auf einen Besuch (der versprochen war, aber doch nicht kommt – umso größer die Freude, wenn ein lieber Mensch, den wir erwarten, schließlich eintrifft), wir warten an einer Tür und hoffen, dass sie uns geöffnet wird. So unterschiedlich wie die Gründe unseres Wartens sind unsere Gefühle und Empfindungen dabei. Manchmal ist es schlicht Ungeduld. Das unaufgeregte englische Schlangestehen ist nicht unbedingt eine deutsche Tugend. Es kann Ärger sein oder Enttäuschung. Ja, und dann auch Spannung und Vorfreude. Es macht uns froh, wenn wir sagen können: Das Warten hat sich gelohnt!
Im zu Ende gehenden Kirchenjahr richtet sich unsere Erwartung gleich auf zwei Ziele. Es naht das Weihnachtsfest, die Geburt des Erlösers, auf den das Volk Israel lange Jahrhunderte gewartet hat. Auch wenn wir auf dieses Ereignis vor 2000 Jahren zurückschauen, die Spannung des Wartens bleibt, nicht nur bei Kindern. Aber darüber hinaus geht der Blick in geradezu unendliche Fernen und richtet sich auf das endgültige Kommen Christi am Ende der Zeiten.
Dieses Kommen wurde lange sehr einseitig mit der Vorstellung eines Gerichts verbunden, das ängstigte und bedrohlich war. Tatsächlich geht es um die Entdeckung des gelebten und ungelebten Lebens, um Versöhnung mit dem, was unverwirklicht geblieben ist, um das Aussprechen dessen, was ungesagt blieb. Das Gericht Gottes ist ein Ort der Hoffnung. Darauf zu warten lohnt sich mehr als alles andere. Jesus kennt die Probleme, die mit dem Warten verbunden sind, ganz genau: Unlust, Müdigkeit, Gleichgültigkeit, fehlendes Unrechtsbewusstsein, zunehmende Gewaltbereitschaft. Das alles geschieht um uns herum. Wenn Jesus uns zum Warten ermutigt, meint er kein nervöses angespannt Sein, sondern ein gelassenes Vertrauen, dass alles gut wird, wenn er kommt. Warten ist dann keine vergeudete Zeit, sondern Chance zum Leben. Lassen Sie sich davon inspirieren!
Impulse
- Jesus spricht immer wieder in Bildern von seinem Kommen, das die geltenden Vor-stellungen über den Haufen wirft. Vgl. Lukas 12,35-38.
- Im katholischen GOTTESLOB unter Nr. 233 findet sich eine sehr ansprechende Liedfassung zum Thema Warten: Verknüpfung
Diese Spur wurde Ihnen gelegt von Dr. Christoph Klock
Eine gesegnete Woche wünschen Ihnen Ihre Spurenlegerinnen und Spurenleger.
Maren Dettmers, Monika Eberl-Reifenberg, Ilka Friedrich, Hans-Jörg Fritz-Knötzele, Dr. Christoph Klock, Heinz Lenhart, Heiko Ruff-Kapraun, Tobias Sattler, Dr. Hans Jürgen Steubing und Britta Tembe
Kirche & Co. – ein Laden der Kirchen für die Menschen in der Stadt
An der Stadtkirche 1, 64283 Darmstadt
Bild: Sebastian Terfloth, 13.05.2006, Anzeigetafel Verspätung @ Wikimedia Commons
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