Adventsspur 04.12.2025

Wunderbarer Kreislauf
"Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr (all) das geschehen seht, dass das Reich Gottes nahe ist."
(Lukas-Evangelium 21, 31)
Zu einem Kloster kam eines Tages ein Winzer, den der Bruder Pförtner gut kennt. In der Hand hat er eine große Weintraube mit herrlich gelben saftigen Beeren. "Bruder Pförtner, ich habe die schönste Weintraube aus meinem Weinberg mitgebracht. Raten Sie mal, wem ich damit eine Freude machen will?"
Der Bruder Pförtner überlegt. "Wahrscheinlich dem Abt oder sonst einem Pater, ich weiß es nicht." "Ihnen!" - "Mir?" Der Bruder wird ganz rot vor Freude. "Mir? Sie haben an mich gedacht?" Er findet kaum Worte. "Aber ja", sagte der Winzer glücklich, "wir sprechen so oft miteinander, und wenn Sie mir zuhören oder einen Rat geben, das tut mir immer wieder gut. Und die Freude, die der Bauer im Gesicht des anderen sieht, die erfüllt plötzlich auch ihn, denn Verschenken macht bekanntlich Glücklich.
Der Bruder Pförtner legt die Weintraube vor sich hin. Ach, die ist viel zu schön, um etwas davon abzupflücken. Den ganzen Nachmittag erfreut er sich an ihrem Anblick. Dann hat er eine Idee: "Wenn ich die jetzt unserem Vater Abt schenke, was für eine Freude wird der haben!"
Und der Bruder gibt die Traube weiter. Der Abt freut sich wirklich. Und als er abends einen kranken Pater in seinem Zimmer besuchen will, da kommt ihm der Gedanke: "Den kannst du sicher mit dieser Traube froh machen." So wandert die Traube weiter. Und sie bleibt nicht bei dem Kranken. Sie wandert immer weiter. Zu guter Letzt bringt sie ein anderer Mönch wieder zum Bruder Pförtner, um ihn eine Freude zu machen. So hatte sich der Kreis geschlossen.
(Autor unbekannt)
Es braucht nicht unbedingt gewaltige kosmischen Zeichen am Himmel, um uns zu zeigen, dass das Reich Gottes nahe ist. Im Gegenteil, oft sind es die kleinen Dinge, die uns dies viel deutlicher spüren lassen. Ein gutes Wort, ein Lob, ein Lächeln, ein kleines Geschenk, das uns spüren lässt: ‚da hat sich jemand wirklich überlegt, was mir eine Freude bereiten könnte‘.
Impulse
- Wann hatten Sie das letzte Mal dieses Gefühl, von jemandem ‚bedacht‘ oder / und beschenkt worden zu sein?
- Wann haben Sie sich das letzte Mal Gedanken gemacht, wie Sie anderen eine Freude bereiten können?
- Wem würden Sie gerne eine Freude bereiten?
-
Kennen Sie die Strophen 7&8 des Adventslieder ‚Das Volk, das noch im Finstern wandelt – bald sieht es ein großes Licht‘? (EG 20): Verknüpfung
Dann wird die arme Erde allen
ein Land voll Milch und Honig sein.
Das Kind zieht als ein König ein,
und Davids Thron wird niemals fallen.Dann stehen Mensch und Mensch zusammen
vor eines Herren Angesicht
und alle, alle schauen ins Licht
und er kennt jedermann mit Namen.
Diese Spur wurde Ihnen gelegt von Dr. Hans Jürgen Steubing
Eine gesegnete Adventszeit wünscht Ihnen Ihr Adventsspurenlegerteam
Maren Dettmers, Monika Eberl-Reifenberg, Ilka Friedrich, Hans-Jörg Fritz-Knötzele, Ursula Hartmann, Dr. Christoph Klock, Dr. Petra Knötzele, Heinz Lenhart, Heiko Ruff-Kapraun, Tobias Sattler, Dr. Hans Jürgen Steubing, Britta Tembe, Judith Weiler und Annette Wiesheu
Kirche & Co. – ein Laden der Kirchen für die Menschen in der Stadt
An der Stadtkirche 1, 64283 Darmstadt
Bild: Dr. Hans Jürgen Steubing
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