Adventsspur 20.12.2025

Schlüsselerlebnisse
"Ich werde ihm den Schlüssel des Hauses David auf die Schulter legen.
Er wird öffnen und niemand ist da, der schließt; er wird schließen und niemand ist da, der öffnet"
(Jesaja 22,22)
Der Bibelvers aus dem Buch Jesaja, eine jahrtausendealte Verheißung, ist für die heutige Adventsspur nicht zufällig gewählt.
Zur katholischen Liturgie der Tage vor Weihnachten gehören sieben sogenannte O-Antiphonen. Heute am 20. Dezember lautet der Text so:
O Schlüssel Davids,
Zepter des Hauses Israel –
Du öffnest, und niemand kann schließen,
Du schließt, und keine Macht vermag zu öffnen:
O komm und öffne den Kerker der Finsternis
und die Fessel des Todes!
In diesem Ruf steckt eine sehr starke Symbolik, eine flehende Bitte, eine unbändige Sehnsucht, eine überaus große Hoffnung!
Jesus, der in der Geschlechterfolge König Davids steht, wird seine ihm übertragene „Schlüssel-Gewalt“ lebensfördernd ausüben, Kerker der Finsternis öffnen und Fesseln des Todes lösen. Da sind sich die Betenden sicher. Das ist ihre Erwartungshaltung. Befreiung wird ihr Schlüsselerlebnis sein. Jesus möge kommen, Jesus möge befreien. Denn niemand sonst kann das tun.
Jesus ist in Zeiten der Dunkelheit, der Trauer, sogar im Tod der Schlüssel zum Licht und zum Leben. Paradiesisch!
Ich habe mich bei der Beschäftigung mit den Texten gefragt: Wie mag es Menschen gehen, die selbst über keinen Schlüssel (mehr) verfügen, die z.B. in den Justizvollzugsanstalten damit leben müssen, dass andere dort die Schlüssel haben? Für sie ist das Symbol vom Schlüssel möglicherweise negativ besetzt.
Ein inhaftierter Mann hat seine Gedanken zu Weihnachten einmal so aufgeschrieben:
„Gott kommt nicht zuerst zu den Wichtigen und Gutleuten, sondern zu denen, die schräg sind.
Gott hatte immer den verrücktesten Weg zu den Menschen gewählt.“
Mich berührte die Formulierung sehr. Gott findet die verrücktesten Wege zu den Menschen.
Auch durch verschlossene Türen hindurch. Hinein in deren Herzen, in deren Leben. Gottesbegegnung verwandelt, wird zu einem Schlüsselerlebnis für das weitere Leben.
Das zeigt sich mir als Seelsorgerin in vielen Gesprächen, wenn Menschen von ihrem Glaubenserfahrungen erzählen.
Das zeigte sich für den inhaftierten Mann auch in den Lebensgeschichten biblischer Personen.
Konkret an Weihnachten: Gott wird als kleiner Mensch geboren, mitten unter Menschen für alle Menschen. Tatsächlich irgendwie Ver-rückt.
Ich wünsche Ihnen licht- und hoffnungsvolle, quasi zu Herzen gehende „Schlüsselerlebnisse“ in den kommenden Tagen und darüber hinaus. Bleiben Sie erwartungsvoll.
Impulse
-
Ein den meisten sicherlich bekanntes Weihnachtslied, von dem ich vier Strophen ausgewählt habe, kann wie ein Schlüssel zur Weihnachtsbotschaft sein: Verknüpfung
(Vielleicht lege ich dieses Jahr sogar einen Schlüssel an die Krippe oder hänge ihn an den Christbaum, wer weiß…?)1) Lobt Gott, ihr Christen alle gleich,
in seinem höchsten Thron,
der heut schließt auf sein Himmelreich
und schenkt uns seinen Sohn,
und schenkt uns seinen Sohn.
2) Er kommt aus seines Vaters Schoß
und wird ein Kindlein klein,
er liegt dort elend, nackt und bloß
in einem Krippelein,
in einem Krippelein.
3) Er entäußert sich all seiner G'walt,
wird niedrig und gering
und nimmt an eines Knechts Gestalt,
der Schöpfer aller Ding,
der Schöpfer aller Ding.
4) Heut schließt er wieder auf die Tür
zum schönen Paradeis;
der Cherub steht nicht mehr dafür.
Gott sei Lob, Ehr und Preis,
Gott sei Lob, Ehr und Preis!
(Text und Melodie von Nikolaus Herman, um 1550)
Diese Spur wurde Ihnen gelegt von Monika Eberl-Reifenberg
Eine gesegnete Adventszeit wünscht Ihnen Ihr Adventsspurenlegerteam
Maren Dettmers, Monika Eberl-Reifenberg, Ilka Friedrich, Hans-Jörg Fritz-Knötzele, Ursula Hartmann, Dr. Christoph Klock, Dr. Petra Knötzele, Heinz Lenhart, Heiko Ruff-Kapraun, Tobias Sattler, Dr. Hans Jürgen Steubing, Britta Tembe, Judith Weiler und Annette Wiesheu
Kirche & Co. – ein Laden der Kirchen für die Menschen in der Stadt
An der Stadtkirche 1, 64283 Darmstadt
Bild: Dee @ pixabay.com
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