Spurensuche 26.01.2026

Geliehene Macht
"Gott ändert Zeit und Stunde; er setzt Könige ab und setzt Könige ein."
(Losung: Daniel 2,21)
"Insbesondere bitte ich euch nun, vor Gott einzutreten für alle Menschen in Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung, für die Könige und alle Amtsträger."
(Lehrtext:1.Timotheus 2,1-2)
Die Krone der Kaiser der Heiligen Römischen Reiches trägt die lateinische Inschrift: „per me reges regnant“. Auf Deutsch: Durch mich herrschen die Könige. Und so haben sich fast tausend Jahre lang, von 962 bis 1806 auch die deutschen Kaiser und Könige als Herrscher von Gottes Gnaden verstanden und sich zumindest den Anschein gegeben, dass sie nicht selbstherrlich regieren wollten, und allezeit zu wissen, durch wessen Autorität sie letztlich legitimiert sind.
Bei Napoleon war das schon anders: Er setzte sich die Krone selbst auf‘s Haupt und macht damit auch deutlich, dass für ihn eine solche Berufung auf eine höhere Macht überflüssig war. Es genügte ihm völlig, die Macht zu haben.
Die Bibel hält demgegenüber daran fest, dass Gott durch Christus die Erde und das Universum regiert und alle menschliche Regierungsgewalt von ihm nur geliehen ist. Manchen, die an die Spitze ihres Staates aufgestiegen sind, ist das noch heute bewusst. Sie schließen ihrem Amtseid mit den Worten „So wahr mir Gott helfe!“. Sie scheinen zumindest noch eine Ahnung davon zu haben, dass sie Gottes Geist brauchen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Für die meisten Regierungschefs aber scheint dies heute keine Rolle mehr zu spielen, wenn sie auf diese Formulierung bewusst verzichten. Und ich frage mich manchmal, könnte es sein, dass der rasante Zerfall der politischen Kultur, den ich in den letzten 15 – 20 Jahren beobachte, und der sich augenscheinlich weltweit immer mehr beschleunigt, genau damit zusammenhängt? Nicht, dass es nicht auch Politiker gäbe, die diese Worte zwar um des Showeffekts willen zwar benutzen, sie aber mit ihren Handlungen dennoch Lügen strafen. Aber auch das gab es wohl schon immer. Nur war es nie so offensichtlich.
Ich finde es daher tröstlich darauf zu vertrauen, dass all die Despoten und selbstherrlichen Machtmenschen In Wahrheit auf sehr wackeligen Stühlen sitzen, denn letztlich liegt es in Gottes Hand, als Herrn der Geschichte sie alle auch wieder absetzen zu können.
Gebet: Herr, deine Krone war die Dornenkrone und dein Thron war das Kreuz. So hast du uns Menschen gedient und uns gezeigt, dass du dir nicht zu schade bist, das Leid der Welt zu durchleben und all denen nahe zu sein, die Leid tragen. So regierst du uns noch heute. Du bist der demütige König der Liebe. Du hast dich besonders deren angenommen, denen unsere Welt allzu oft nur mit Geringschätzung begegnet. Du hast deinen Jüngern die Füße gewaschen und uns damit ein Beispiel gegeben, wie auch wir Verantwortung übernehmen sollen. Denn du hast gesagt: „Wer unter euch groß sein will, der soll euer Diener sein“ (Markus 10,43-44). Amen.
Impulse
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Lesen, oder noch besser singen sie die Strophen 1,2 & 8 des Liedes 123 im Evangelischen Gesangbuch, Jesus Christus herrscht als König: Verknüpfung
1. Jesus Christus herrscht als König,
alles wird ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß.
Aller Zunge soll bekennen,
Jesus sei der Herr zu nennen,
dem man Ehre geben muß.2. Fürstentümer und Gewalten,
Mächte, die die Thronwacht halten,
geben ihm die Herrlichkeit;
alle Herrschaft dort im Himmel,
hier im irdischen Getümmel
ist zu seinem Dienst bereit.8. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder
hier auf kurze Zeiten nieder,
und das Leiden geht zuvor.
Nur Geduld, es folgen Freuden;
nichts kann sie von Jesus scheiden,
und ihr Haupt zieht sie empor.
Diese Spur wurde Ihnen gelegt von Dr. Hans Jürgen Steubing
Eine gesegnete Woche wünschen Ihnen Ihre Spurenlegerinnen und Spurenleger.
Maren Dettmers, Monika Eberl-Reifenberg, Ilka Friedrich, Hans-Jörg Fritz-Knötzele, Dr. Christoph Klock, Heinz Lenhart, Heiko Ruff-Kapraun, Tobias Sattler, Dr. Hans Jürgen Steubing, Britta Tembe und Annette Wiesheu
Kirche & Co. – ein Laden der Kirchen für die Menschen in der Stadt
An der Stadtkirche 1, 64283 Darmstadt
Bild: Dr. Hans Jürgen Steubing: Christusstandbild im Hôtel-Dieu in Beaune, Frankreich
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