Spurensuche 18.05.2026

Wer waren die Frauen?
"Als Jesus in den Himmel aufgenommen worden war, kehrten die Apostel von dem Berg, der Ölberg genannt wird und nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist, nach Jerusalem zurück. Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus. Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern."
(Apg 1, 12-14)
Gewiss: Dem Autor kommt es darauf an, die Apostel, die wichtigen Leute aus der Anfangszeit zu nennen, Namen, die die ersten Lesenden vermutlich kennen, die Augenzeugen und Gefährten Jesu waren und seine Botschaft weitertrugen. Die wichtigen Leute, die Führungsfiguren – das waren Männer, so wie es normal war vor gut 2000 Jahren. Frauen spielten keine aktive Rolle, waren im besten Fall mit dabei. Muss man darüber wirklich sprechen? Geht es in dem Text nicht um etwas anderes? Doch eher um die Gemeinschaft und um das einmütige Gebet nach der Himmelfahrt, im Warten auf den Heiligen Geist?
Das stimmt alles. Aber ich wünsche mir dennoch, dass es wenigstens auffällt: Die Namen der Frauen fallen unter den Tisch. Frauen sind nicht so wichtig, das ist unterschwellig auch eine Botschaft des Textes. Frauen heute kann dies irritieren und ihnen den Zugang zu biblischen Texten erschweren. Ich wünsche mir, dass dies nicht einfach hingenommen, sondern thematisiert und besprochen wird, z.B. auch in einer Predigt. Und ich wünsche mir, dass Frauen der Bibel mehr ins Bewusstsein rücken. Wer kennt Lydia, Tabita, Priska, Damaris, Rhode? Auch von ihnen erzählt die Apostelgeschichte.
Impulse
- Die Theologin Annette Jantzen bietet in ihrem Blog „Gottes Wort weiblich“ Auslegungen der Sonntagsevangelien und -lesungen, die die biblischen Texte auf Gendervorstellungen befragen und alternative Interpretationen versuchen. Zu Apg 1, 12-14: Verknüpfung
- „Die ignorierten Frauen der Bibel. Was im Gottesdienst nicht gelesen wird“ (erschienen 2026) ist das neuste Buch von Annette Jantzen. Darin untersucht sie die Leseordnung für katholische Gottesdienste – und stellt fest, dass viele biblische Frauengeschichten dort nicht oder nur eingeschränkt vorkommen. Verknüpfung
- Welche Frauen der Bibel kenne ich? Über welche Frau der Bibel möchte ich mehr erfahren?
Diese Spur wurde Ihnen gelegt von Dr. Annette Wiesheu
Eine gesegnete Woche wünschen Ihnen Ihre Spurenlegerinnen und Spurenleger.
Maren Dettmers, Monika Eberl-Reifenberg, Ilka Friedrich, Hans-Jörg Fritz-Knötzele, Dr. Christoph Klock, Heinz Lenhart, Heiko Ruff-Kapraun, Tobias Sattler, Dr. Hans Jürgen Steubing, Britta Tembe und Dr. Annette Wiesheu
Kirche & Co. – ein Laden der Kirchen für die Menschen in der Stadt
An der Stadtkirche 1, 64283 Darmstadt
Bild: Heritage Conservation Jerusalem Pikiwiki Israel @ Wikimedia Commons
Bildunterschrift: Der sog. Abendmahlsaal auf dem Zionsberg in Jerusalem gilt in der Tradition auch als Ort der Versammlung der Apostel und als Ort des Pfingstereignisses. Wer waren die Frauen, von denen die Apostelgeschichte spricht?
Mit Spurenleger per E-Mail Kontakt aufnehmen
Vergangene Spuren lesen oder als als PDF-Datei herunterladen
DATENSCHUTZ
Für Kirche & Co. sind die Privatsphäre und die Datensicherheit unserer Leserinnen und Leser der Spurensuche ein hohes Gut.
In unserer Datenschutzerklärung erläutern wir unter anderem, welche persönlichen Daten wir im Rahmen der Newsletteranmeldung abfragen und wie diese genutzt werden.
Wenn Sie die Spurensuche weiterhin erhalten möchten, müssen Sie NICHTS tun.
Möchten Sie die Spurensuche jedoch NICHT mehr erhalten, folgen Sie dem Link zur direkten Newsletterabmeldung um sich auszutragen. Sie erhalten dann in Zukunft KEINE Spurensuche mehr von uns und Ihre Anmeldedaten werden umgehend gelöscht.