Spurensuche 22.06.2026

Die Sehnsucht Gottes nach dem Menschen
"Des Nachts auf meinem Lager suchte ich ihn, den meine Seele liebt."
(Hohelied 3,1–4
Diese Worte sprechen von einer tiefen Sehnsucht. Da ist ein Mensch, der nicht zufrieden ist mit bloßen Gedanken über Gott, sondern ihn selbst sucht: den, den seine Seele liebt. Die Nacht steht dabei für Zeiten der Unruhe, inneren Leere, Suchens, was macht mein Leben lebendig, was trägt mich? Gerade dort beginnt die Suche nach Gott oft besonders ehrlich. Diese Sehnsucht kommt nicht aus uns selbst, sie ist die Antwort auf Gottes eigene Sehnsucht nach dem Menschen. Weil Gott uns zuerst liebt, legt er in unser Herz das Verlangen, ihn zu suchen und zu finden.
Hier wird deutlich: Gott zu suchen ist etwas anderes, als zu glauben, was die Kirche lehrt. Gott suchen hat mit Erfahrung zu tun. Das Wort „suchen“ erinnert an die Spurensuche: Ich nehme eine Spur wahr, ich folge ihr, ich mache mich auf den Weg. Ich gehe heraus aus mir selbst und aus meiner Selbstgenügsamkeit. Ich wage den Weg und vertraue mich Gott an. Diese Sehnsucht nach Gott begegnet mir in den Anfragen nach geistlicher Begleitung immer wieder. Viele Menschen reicht es nicht, eine schöne Liturgie mitzufeiern oder eine ausgewogene Theologie zu hören. Sie möchten Gott erfahren. Sie verlangen nach einer Mystagogie, die in die Erfahrung Gottes hineinführt, und sie möchten an der Gotteserfahrung anderer teilhaben. Sie suchen eine spirituelle Weggemeinschaft.
Die Gottessuche ist tief in uns Menschen angelegt, wenn der 1.Thess 5,17 aufruft: "Betet ohne Unterlass", führt dies zu einer Vertrautheit mit Gott, lässt uns im Alltag mit Gott verbunden sein. Der Hl. Ignatius von Loyola weitet das Beten, wenn er aufruft: Gott in allen Dingen zu suchen und zu finden, jeder Situation des Lebens auch in den unwirklichsten Stunden.
Werden Sie zum Gott-Sucher, denn Gott ist voll Sehnsucht nach Ihnen.
Impulse
- Wie gelingt es Ihnen in den kleinen gewöhnlichen Momenten Gott zu spüren?
- Was sind für Sie Orte, die zur Begegnung mit Gott führen?
- Gott zu suchen, heißt auch seinen Willen zu erkennen und sich für Frieden und Gerechtigkeit für andere einzusetzen.
Diese Spur wurde Ihnen gelegt von Heinz Lenhart
Eine gesegnete Woche wünschen Ihnen Ihre Spurenlegerinnen und Spurenleger.
Maren Dettmers, Monika Eberl-Reifenberg, Ilka Friedrich, Hans-Jörg Fritz-Knötzele, Dr. Christoph Klock, Heinz Lenhart, Heiko Ruff-Kapraun, Tobias Sattler, Dr. Hans Jürgen Steubing, Britta Tembe und Dr. Annette Wiesheu
Kirche & Co. – ein Laden der Kirchen für die Menschen in der Stadt
An der Stadtkirche 1, 64283 Darmstadt
Bild: Peter Weidemann @ Pfarrbriefservice.de
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