Spurensuche 10.08.2026

Der Hochsommer ist da – Eine Jahreszeit der Fülle.
"Sendest Du Deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen und Du erneuerst das Antlitz der Erde. … Ich will meinem Gott singen und spielen, solange ich da bin"
(Psalm 104,30+33b)
Darf ich fragen?
- Wie ist Ihre Stimmung in diesem Sommer?
- Gibt es etwas, das sie in diesen Tagen des Hochsommers erfüllt? Wenn ja, was ist das?
- Welche Sommergeschichten hat Ihr Leben bislang geschrieben? Schöne? Leichte? Schwere? …?
- Tragen Ihre Sommererinnerungen Bilder oder Melodien oder Geschmäcker oder Gerüche in sich?
- …
Würden wir hier miteinander ins Erzählen kommen, dann würde ich diese Gedanken von Sommerfülle einbringen:
Die Kalenderblätter vom „Laeckerschmekker-Festival-Kalender“ in Flensburg sind in den Sommermonaten bis auf den letzten Platz angefüllt mit Namen von saisonal und regional verfügbarem Obst und Gemüse. Viele Farben und Düfte erlebe ich beim Gang über den Wochenmarkt. Ich mag die Streuobstwiesen mit Äpfel- und Birnbäumen.
Die Getreideernte ist in vollem Gange oder bereits abgeschlossen, Wiesen sind teils gemäht. Dort und an den Feldrändern stehen Würzkräuter. (Übrigens: Beste Voraussetzungen, um, wer mag, Kräutersträuße für die Kräuterweihe am Fest Maria Himmelfahrt am 15. August zu binden.)
Vielleicht würde ich Ihnen auch davon erzählen:
Was ich gerne mag, auch in diesem Sommer, sind Open-Air-Konzerte, Biergartenbesuche, ein Eis zwischendurch, Terrassenabende mit einem Buch bis das Licht der Solarlampe zum Lesen nicht mehr ausreicht. Die Wanne mit kaltem Wasser für die Füße. Ein paar Tage Urlaub. Alles wohltuend.
Manchmal kommen mir Erinnerungen an frühere Sommer mit Freibad, Schulferien, Familienurlaube, Ferienfreizeiten, Schwärmereien. Oft gehört ein Duft dazu.
Nostalgie pur. Viele Sommergeschichten könnte ich davon erzählen. Fülle!
So bin ich jetzt im August oftmals gestimmt.
Ich weiß, auch das gehört zur Wahrheit dieser Tage:
In diesem Hitzesommer gibt es nicht nur die zu Herzen gehende Sommerfülle, sondern von manch anderem auch wirklich viel zu viel!
Die Nachrichten und ihre Bilder sind so erschreckend, die Klimaveränderungen so tiefgreifend, das Weltgeschehen so bedrückend. So viel Verlust und Trauer in einer Jahreszeit der Fülle, Gott, das darf doch nicht sein!
Ich erhoffe und erbitte inständig Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft für uns und kommende Generationen.
Gott, sende aus Deinem Geist, und das Antlitz der Erde wird neu!
In unser Gespräch würde ich diesen kostbaren Moment bestimmt einbringen, den ich kürzlich morgens auf dem Weg zur Arbeit hatte. Ich war eigentlich noch müde und auch lustlos, das Herz ebenso. Da flog mir plötzlich eine einzige Liedzeile zu: „Geh aus, mein Herz und suche Freud!“ Ich war schlagartig wach und fing an, sie mir selbst zu und dann weiter zu singen.
Ich erinnerte mich plötzlich wieder, dass ich meine religiösen Lieblingssommerlieder, unter anderem „Erde singe, dass es klinge“ (GL 411) sowie „Geh aus, mein Herz und suche Freud“ (EG 503) sommers bei Besuchen in den großen Ferien bei meiner frommen Oma gelernt habe. Als Kind haben mir sowohl die Melodien als auch die Sprache gefallen. (Ich sage nur: Tulipan!)
Ich verspürte an diesem Morgen jedenfalls erneut die Fülle der Sommerzeit und auch den Trost, den Musik geben kann. Ich war dankbar für die kostbaren Glaubensfrüchte, die mir durch das Bekenntnis derer, die die Psalmen und Kirchenlieder verfasst haben und vor allem auch durch Menschen wie meine Oma, geschenkt worden sind.
Mit diesen beiden Ohrwürmern bin ich dann durch den Tag gegangen, habe mir die Texte nochmal genauer angeschaut - und auch jetzt beim Schreiben singt es in mir.
Möge mir das nie verloren gehen!
Ein kleiner Ausschnitt von dem, wie ich derzeit in diesem Sommer gestimmt bin, im Allgemeinen und im Besonderen.
Vielleicht habe ich Ihnen mit meinen Zeilen eine Spur gelegt, die Sie angeregt hat, über Ihren Sommer ins Nachdenken oder besser noch ins Erzählen zu kommen.
Ich wünsche Ihnen jedenfalls eine Sie erfüllende Zeit! Gottes Segen dafür!
Diese Spur wurde Ihnen gelegt von Monika Eberl-Reifenberg
Eine gesegnete Woche wünschen Ihnen Ihre Spurenlegerinnen und Spurenleger.
Maren Dettmers, Monika Eberl-Reifenberg, Ilka Friedrich, Hans-Jörg Fritz-Knötzele, Dr. Christoph Klock, Heinz Lenhart, Heiko Ruff-Kapraun, Tobias Sattler, Dr. Hans Jürgen Steubing, Britta Tembe und Dr. Annette Wiesheu
Kirche & Co. – ein Laden der Kirchen für die Menschen in der Stadt
An der Stadtkirche 1, 64283 Darmstadt
Bild: Monika Eberl-Reifenberg
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